Feuerbestattung: Welche Möglichkeiten bietet sie und was ist dabei wichtig?

Daniela Fehrenbacher

Feuerbestattung: Welche Möglichkeiten bietet sie und was ist dabei wichtig? - © Roland Weihrauch
Feuerbestattung: Welche Möglichkeiten bietet sie und was ist dabei wichtig? (© Roland Weihrauch)

Feuerbestattung: Welche Möglichkeiten bietet sie und was ist dabei wichtig?

Die Tradition der Feuerbestattung geht in Europa zwar bis in die Antike zurück, wurde jedoch aus religiösen Gründen zwischen Frühmittelalter und 19. Jahrhundert von der Erdbestattung fast vollkommen verdrängt. Heute zählt die Einäscherung wieder zu den häufigsten Bestattungsarten in Deutschland, wenn der Bundesverband der Deutschen Bestatter schätzt, dass jährlich mehr als 60 % aller Verstorbenen in den circa 150 deutschen Krematorien eingeäschert werden. Die Gründe dafür liegen im Deutschen Bestattungsgesetz, das die Feuerbestattung als Voraussetzung für die Seebestattung, Urnen- oder Ruhewald-Beisetzung festlegt.

 

Welche gesetzlichen Regelungen müssen bei der Feuerbestattung beachtet werden?

Die Feuerbestattung muss bei der zuständigen Gemeinde unter Vorlage der Bestattungsverfügung des Verstorbenen/seiner Angehörigen, der Todesbescheinigung/Sterbeurkunde und der ärztlichen Bescheinigung über einen natürlichen Tod beantragt werden. Um die gesetzlichen Bestimmungen zur Einhaltung der Bestattungsfrist zu erfüllen, muss die Feuerbestattung je nach länderspezifischem Bestattungsgesetz zwischen 4 bis maximal 10 Tagen nach dem Ableben erfolgen. Zudem setzt die Feuerbestattung die Einhaltung folgender gesetzlichen Regelungen voraus:

 

            Zweite Leichenschau im Krematorium

Um die ärztliche Bescheinigung über einen natürlichen Tod zweifelsfrei zu bestätigen, ist in Deutschland bei der Feuerbestattung die zweite Leichenschau durch einen zweiten Arzt im Krematorium Pflicht. Diese Untersuchung dient auch dazu, noch einmal die Identität des Toten eindeutig festzustellen.

 

            Sargpflicht bei der Feuerbestattung

Die Einäscherung ist in Deutschland nur unter Verwendung eines Sarges möglich, da das Sargholz den Energieaufwand bei der Einäscherung stark reduziert. Der Sarg muss daher aus unbehandeltem Vollholz hergestellt sein, um die Emission von Schadstoffen in die Luft so gering wie möglich zu halten.

 

Kennzeichnung der Asche

Vor der Einäscherung wird dem Sarg ein nummerierter, feuerfester Schamottstein beigelegt. Dieser wird gemeinsam mit der Asche später auch in die Urne gelegt, sodass der Verstorbene zu jeder Zeit identifizierbar bleibt.

 

Wie ist der Ablauf einer Feuerbestattung?

Die Übergabe des Leichnams an das Bestattungsunternehmen sollte zwischen 24 und 48 Stunden nach dem Tod erfolgen. Der Bestatter kümmert sich anschließend um die Überführung in das zuständige Krematorium, wo dann innerhalb von 2 Tagen die zweite Leichenschau stattfinden sollte. Der Einäscherung kann die Trauerfeier vorausgehen, sodass sich die Angehörigen in einem feierlichen Rahmen in einer Kapelle, Kirche oder Trauerhalle vom Leichnam verabschieden und dem Sarg noch persönliche Dinge, wie Blumen, Briefe oder Stofftiere, beilegen können. Diese Dinge müssen jedoch ausdrücklich brennbar sein. Der Einäscherungsprozess selbst dauert zwischen 70 und 90 Minuten und erfolgt bei Temperaturen von über 850 °C. Die Beisetzung in der Urne auf dem Friedhof, im Ruhewald oder auf hoher See kann bis zu 14 Tage nach der Einäscherung stattfinden und individuell durch eine Trauerfeier gestaltet werden. 

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