Gericht: Verbindung von Erbe und Besuchspflicht ist sittenwidrig

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Gericht: Verbindung von Erbe und Besuchspflicht ist sittenwidrig - © Sebastian Kahnert/zb/dpa
Gericht: Verbindung von Erbe und Besuchspflicht ist sittenwidrig (© Sebastian Kahnert/zb/dpa)

Familienangehrige drfen nicht mit der Aussicht auf einErbezu Besuchen verpflichtet werden. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurtistessittenwidrig, Erben unzumutbar unter Druck zu setzen, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag. Das OLG entschied ber einem Fall, in dem zwei Enkel Beschwerde dagegen eingelegt hatten, nach dem Tod des Grovaters nicht als Erben eingesetzt zu werden. (AZ 20 W 98/18).

Der Grovater hatte in einem handschriftlichen Testament seine Ehefrau und einen Sohn aus erster Ehe als Erbenvonje 25 Prozent seines Erbes eingesetzt. Die brigen 50 Prozent der fnfstelligen Summe sollten an die beiden Enkel gehen, deren Vater ein anderer Sohn des Mannes war und der danach leer ausgehen wrde. Voraussetzung war allerdings ein regelmiger Besuch der in einer anderen Stadt lebenden und minderjhrigen Enkel beim Grovater. Diese Regelung im Testament war den Familienmitgliedern bekannt.

Da die Enkel die jhrliche Besuchszahl nicht erfllten, hatten die Ehefrau und der andere Sohn nach dem Tod des Mannes einen Erbschein beantragt, der ihnen jeweils die Hlfte des Erbes zugestand. Whrend das Nachlassgericht dem zustimmte, legten die Enkel eine Beschwerde ein, ber die das OLG nun entschied. Danachistes zwar mglich, frei ber die Erbfolge zu entscheiden. Auch der Wunsch, die Enkel regelmig zu sehen, sei nachvollziehbar. Die eingeforderten regelmigen Besuche der Enkelkinder als Voraussetzung fr das Erben sei dagegensittenwidrig, urteilte das Gericht. (dpa)

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